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OpenDesk plant KI-Agenten und Air-Gap-Betrieb

Zendis erweitert OpenDesk um programmübergreifende KI-Agenten auf Basis des Model Context Protocols. Die Open-Source-Suite soll zugleich auf vollständig isolierten Servern funktionieren und für Verschlusssachen abgesichert werden.

OpenDesk plant KI-Agenten und Air-Gap-BetriebBild: KI-generiert

OpenDesk verbindet KI-Agenten mit lokaler Infrastruktur

Das Zentrum für digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung, kurz Zendis, will OpenDesk um agentische KI erweitern. Gemeint sind Systeme, die nicht nur Inhalte erzeugen, sondern mehrstufige Aufgaben über mehrere Anwendungen hinweg selbstständig bearbeiten können.

Die geplante KI soll Informationen aus E-Mails, Kalendern, Notizen und der Projektverwaltung zusammenführen. Als erstes Szenario nennt Zendis automatisierte tägliche Zusammenfassungen. Später sollen auch komplexere Aufgabenketten ohne ständige manuelle Eingriffe möglich werden.

Eine Grundlage dafür ist Spark, eine unter Beteiligung des Bundesdigitalministeriums entwickelte Lösung. Welche Sprachmodelle lokal oder über externe Schnittstellen unterstützt werden, ist bislang nicht spezifiziert.

MCP verbindet Sprachmodelle und Office-Anwendungen

Für die technische Anbindung setzt Zendis auf einen Interface-Server nach dem Model Context Protocol, kurz MCP. Der offene Standard verbindet Sprachmodelle mit Datenquellen und Werkzeugen, ohne für jede Anwendung eine vollständig eigene Integration entwickeln zu müssen.

An der Umsetzung arbeiten unter anderem Open-Xchange und OpenProject mit. Gerade bei programmübergreifenden Agenten ist die Schnittstellenschicht sicherheitskritisch. Die Diskussion um MCP-Lücken bei internen KI-Agenten zeigt, dass offene Standards allein noch keine sichere Rechtevergabe garantieren.

Voller Funktionsumfang ohne Internetverbindung

Parallel zur KI-Integration erprobt Zendis einen vollständigen Air-Gap-Betrieb. Dabei laufen die lokalen Server physisch oder logisch vom öffentlichen Internet getrennt. OpenDesk soll in einer solchen Umgebung seinen gesamten Funktionsumfang behalten.

Das ist für Behörden und regulierte Unternehmen relevant, die vertrauliche Daten nicht an externe Cloud-Dienste übertragen dürfen. Auch bei größeren Infrastrukturausfällen bleibt eine lokal betriebene Umgebung grundsätzlich unabhängig von der Erreichbarkeit eines SaaS-Anbieters.

Zendis und die Bundesdruckerei haben zudem eine Absichtserklärung zur Skalierung und Absicherung der Plattform unterzeichnet. OpenDesk soll für Dokumente der Einstufung VS-NfD geeignet werden. Diese Kennzeichnung steht für Verschlusssachen, die nur für den Dienstgebrauch bestimmt sind.

Rund 100.000 Arbeitsplätze nutzen OpenDesk

OpenDesk ist seit Oktober 2024 verfügbar und bündelt bestehende Open-Source-Komponenten aus Deutschland und Europa zu einer Office- und Kollaborationssuite. Nach Angaben von Zendis wird die Plattform inzwischen an rund 100.000 Verwaltungsarbeitsplätzen eingesetzt.

KennzahlAngabe
Start von OpenDeskOktober 2024
Genutzte VerwaltungsarbeitsplätzeRund 100.000
Gründung von Zendis2022
BetriebsmodellLokale Infrastruktur bis zum vollständigen Air Gap
Geplante SicherheitseinstufungVS-NfD

Zendis ist eine bundeseigene GmbH mit Sitz in Bochum. Neben der technischen Entwicklung baut die Organisation auch die Verbreitung der Plattform aus, unter anderem über das OpenDesk-Partnerprogramm für IT-Dienstleister.

Alternative zum cloudgebundenen Office-Abo

OpenDesk zeigt, dass sich moderne Office-Workflows und KI-Agenten auch auf offenen Standards und eigener Infrastruktur aufbauen lassen. Das unterscheidet den Ansatz von cloudgebundenen Angeboten wie Microsoft Copilot als Abo-Modell.

Für Unternehmen im DACH-Raum ist vor allem die Kombination aus Open Source, MCP und Air-Gap-Betrieb interessant. Sie reduziert die technische Abhängigkeit von einzelnen US-Cloud-Anbietern und verbessert die Kontrolle darüber, wo sensible Daten verarbeitet werden. Das gilt besonders für KRITIS-Betreiber, Finanzunternehmen und Organisationen mit hohen Datenschutzanforderungen.

Lokaler Betrieb ist allerdings nicht automatisch kostenlos. Infrastruktur, Integration, Wartung und Support verursachen weiterhin Aufwand. Zendis nennt bislang weder Lizenz- und Supportpreise für gewerbliche Nutzer noch konkrete Kosten für den Betrieb der KI-Funktionen, weshalb ein belastbarer Kostenvergleich mit bestehenden SaaS-Angeboten noch nicht möglich ist.